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Ohne Grün geht nix

Blätter und Grün:

Immer wieder höre ich von Kunden: „Aber bitte ohne Grün.“ Ich finde das schade, da Grün ein Arrangement durchaus aufwertet und die Schönheit der Blumen noch hervorhebt. Manchmal mag es daran liegen, dass viele die verschiedenen Sorten Beiwerk nicht kennen. Daher habe ich eine übersichtliche Aufstellung von Blättern und Bindegrün erstellt. Dies wird ein zweiteiliger Artikel: Es folgt ein Beitrag über Gräser, Farne, Beeren und Zweige. Abgesehen von ästhetischen Aspekten bringt grünes Beiwerk auch andere Vorteile mit sich.

Die Funktion von Grün

Bindegrün wird verwendet, um die Blumen in einem Strauß mit Abständen binden zu können, sodass jede einzelne Blume besser wirken kann. Außerdem kann das Beiwerk auch die Form eines Arrangements vorgeben. Stehendes, geradstieliges Grün wird als „Hintergrund“ für die Blumen bei linearen Sträußen oder Gestecken verwendet. Hängendes Grün wie Efeu dagegen bei Armsträußen oder Gestecken, die über die Tischkante hängen.

Ein Biedermeierstrauß ist nicht nur durch die halbrunde Form geprägt, sondern auch die Bindetechnik mit Grün und die formabschließende Einsäumung mit Blättern wie z. B. Aralienblättern. Bei Gestecken bieten sich Blätter an, um eine Art Sockel zu schaffen und den Steckschaum zu verstecken. Bei Kränzen bilden Zweige und Blätter meist auch das Gerüst für die Blumen.

Allgemein lockert Grün jedes Arrangement auf und lässt Sträuße voluminöser und größer aussehen.

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Die Vorteile von Grün

Zum einen ist Grün um einiges haltbarer als die meisten Blumen und sowohl bei hohen als auch niedrigen Temperaturen recht empfindlich. Am Beispiel Autoschmuck, der dem Fahrtwind ausgesetzt ist: Am Ende des Tages sieht dieser noch viel frischer aus, wenn er grünlastiger ist.

Auch ökonomisch betrachtet rechnet sich die Verwendung von Grün. So kann ich einen Tisch z. B. mit einer wunderschönen, grünen Girlande ausfüllend schmücken, eventuell vereinzelt Blumen, ohne dafür viel Geld ausgeben zu müssen. Eine Girlande nur aus Blumen, die dieselbe Fläche abdeckt, wäre eine größere Investition.
Auch bei einem Gesteck gilt, wenn kein Grün verwendet werden soll, werden stattdessen mehr Blumen benötigt, damit der Steckschaum nicht mehr sichtbar ist, wodurch es teurer wird.

Durch die Verwendung von Grün gut abgestimmt auf die Blumen, kann der Stil eines Events besser eingefangen werden: eine Winterhochzeit mit weißem/silbernem Beiwerk, eine Sommerhochzeit mit kräftigem Grün wie Ruscus oder für ein extravagantes Event exotische Palmblätter.

Übersicht: Blätter und Grün

Die Blätter sind recht selbsterklärend, daher gehe ich folgend nur auf das Grün näher ein. Die meisten Blätter sind saisonal unabhängig erhältlich.

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  • Pistaziengrün ist wohl das beliebteste Bindegrün. Die Blätter sind klein und schmal, kräftig grün und wachsen gegenständig. Die Zweige sind recht voluminös und steif, sodass sie Sträuße gut in Form halten.
  • Silbergreiskraut hat eine weiche, pelzige Textur und wirkt durch seine Farbe edel. Die Blätter sind meist eher kurz, wodurch sie sich für kleine bis mittlere Sträuße oder Kränze eignen.
  • Eucalyptus gibt es in verschiedenen Sorten. Die Blätter verströmen einen angenehmen, beruhigenden Duft – ein Geruch, der auch die meisten empfindlicheren Allergiker nicht stört. Die Färbung ist silber-grünlich/ein kühles Pfefferminzgrün. Eucalyptus wirkt toll zu zarten Pastelltönen, aber auch dunklen Farben wie Bordeaux – es ergibt sich eine moderne Farbkombination. Eucalyptus cinerea hat runde oder spitz zulaufende Blätter und wächst gerade, daher eignet er sich gut für lineare Arrangements.
  • Silberakazie – auch falsche Mimose genannt – hat ebenfalls diesen silber-grünlichen Ton mit kleinen, gelben Blüten. Die Blätter sind gerade nach oben gerichtet und unpaarig gefiedert. Verfügbar Januar bis April.
  • Efeu gibt es grün oder mit weißem Rand, mit Blüten oder mit schwarzen Beeren. Efeublätter sehen vor allem hängend gut aus, z. B. in einem Armstrauß.
  • Thlaspi Green Bell sind ein auflockerndes Beiwerk und geben gleichzeitig durch ihre winzigen Blätter jedem Arrangement eine hübsche Textur in gelblichem Grün.
  • Olivenzweige sehen auch einzeln sehr gut aus und verströmen einen mediterranen Flair.
  • Eucalyptus baby blue hat kleinere Blätter und biegsamere Stiele als Euc. cinerea und lässt sich dadurch auch in runde Sträuße einarbeiten.
  • Mimose hat silberne, längliche Blätter die gegenständig zusammen mit zarten, gelben Blütensträngen wachsen.
  • Pittosporum tenuifolium hat meist weiß umrandete, spitz zulaufende Blätter mit welligem Rand. Die Pflanze stammt aus Neuseeland. Die unteren Blätter sind größer und werden zur Zweigspitze immer kleiner.
  • Eucalyptus parvifolia ist dem Euc. populus ähnlich, nur ohne Früchte, dafür schmalere, längere Blätter.
  • Die hellgrünen Zweige der Heidelbeere gibt es im Frühjahr. Sie passen gut zu Tulpen, Narzissen und Ranunkeln.
  • Ruscus kommt aus Israel. Die Zweige sind sehr gleichmäßig in Aussehen und Größe. Sie sind nicht verzweigt und lassen sich dadurch recht einfach in Sträußen einbinden, um diesen einen frischen Hauch zu verleihen.
  • Skimmia kennen viele aus dem Garten. Die Blätter sind größer und recht steif, mittig eine grüne oder dunkelrote, runde Blütendolde.
  • Eucalyptus populus gibt es auch in Dunkelrot und ist mein Lieblingsbeiwerk. Die Blätter haben eine schöne Form und hängen, die Stiele sind biegbar und dazwischen die Früchte. Sie eignen sich wunderbar für Sträuße oder Girlanden.Leider ist er nur im Herbst/Winter erhältlich.
  • Eucalyptus polyanthemos – auch Silver Dollar genannt – passt gut bei luftigen, nicht gebundenen Vasensträußen oder als Girlande.

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  1. Pingback: Beiwerk Teil 2: Gräser, Farne, Beeren und Zweige – Anastasia Nathalia Eventstyling

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